Zu "Was darf Kommissar Trojaner"
Diese Meldung hat mir doch mal wieder etwas zu denken gegeben. Man fragt sich ein wenig was das alles soll. Glaubt Herr Schäuble und viel wichtiger noch seine Berater denn wirklich das funktioniert so? Der Artikel zeigt mal wieder ein paar der grundsätzlichen Missverständnisse auf, die es immer wieder gibt, wenn es um Sicherheit und die neuen Medien geht.
Die Bedrohung
Die große Mißdeutung ist schon im Satz, das Internet sei "Fernuniversität und Trainingscamp für Terroristen" zu erkennen. Natürlich ist es richtig, dass durch die Vernetzung und die Möglichkeit des praktisch instantanen Informationsaustauschs über Email und Internet Informationen schneller ihren Bestimmungsort und bei Propaganda womöglich auch ein größeres Publikum erreichen.
Allerdings ist bisher von allen größeren Anschlägen bekannt, dass sie ganz klassisch im Hinterzimmer oder eventuell noch per Telefon geplant wurden.
Auch die islamistischen Websites auf denen die Anschläge auf das WTC verherrlicht werden sind aus Sicht der betroffenen und Opfer nicht schön. Aber im Grunde auch nichts anderes als das Tragen eines Ché-shirts in den 60er und 70er Jahren. Es ist eine Mischung aus Propaganda, Heldenverehrung und Provokation, die für uns schwer nachvollziehbar ist.
Inwiefern das nun eine Fern-Uni darstellen soll weiß man nicht.
Es ist erwiesen, dass die großen Attentate von Profis durchgeführt wurden. ideologisch und handwerklich in Ausbildungscamps geschult. (Oder warum bombardiert der Westen denn sonst den nahen Osten?)
Die ominösen Bombenbauanleitungen im Internet, sind zu großen Teilen nichts anderes als Informationen, aus beliebigen Chemie und Feuerweksbüchlein. Zu erstehen in jeder Buchhandlung.
Es stellt sich für mich so dar, dass die Herren und Damen, die da nach mehr Überwachung im Internet schreien, sofern sie nicht ganz handfeste Lobbyinteressen haben, von Unkenntnis und geziehlter Desinformation getrieben sind.
Dies ist nicht ganz unverständlich, wir haben eine Generation der Entscheidenden, Wählenden und Zahlenden, die sich zwischen 50 und 70 Jahren bewegt. Für diese Menschen so gut sie auch informiert sein sollten wird es immer schwerer sein, das was sich ihnen im Internet darbietet einzuschätzen, als für die, die praktisch mit dem Inet großgeworden sind.
Als die heute 60 Jährigen im Studium oder in der Ausbildung waren, hatte das geschriebene Wort wesentlich mehr Macht. Nur wer eine Druckmaschine hatte, konnte seine Meinung einer großen Zahl Menschen kundtun. Es bedurfte logistischem Aufwandes und Eifer.
Es muss für diese Menschen schwer zu verstehen sein, dass um nur ein Beispiel zu nennen meine letzten beiden Einträge auf diesem Blog in 2 Tagen mehr Leser hatten als die Jahresauflage so manch eines Parteiblattes.
Wenn man dem im Internet geschriebenen Wort die selbe Bedeutung beimisst, wie zum Beispiel einer Zeitschrift, stellt sich tatsächlich ein ganz schönes Horrorszenario dar. NAZIs, Satanisten, Pädophile, radiklae Christen, Islamisten. Und sie alle blasen ihren Dreck in die Welt.............. Indem diese Randerscheinungen im besten pars pro toto als "das Internet" dargestellt werden, wird ein Bedrohungsszenario aufgebaut, was eben bei vielen, für die es nicht selbstverständlich ist, das Internet zu benutzen wirkt und das Geld lockerer sitzen lässt.
Es läuft auf ein unterlaufen Grundgesetzlich geschützter Rechte raus. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Schutz des gesprochenen Wortes. Diese Rechte, um die viele lange kämpfen müssen, die wir in Deutschland genießen werden unter dem Mantel eben dieser Szenarien hinweggewischt.
So bin müde brauch Kaffee und schreibe mal wieder völlig unstrukturiert.
Greetz
der
Greg